Mein Server läuft mit FreeBSD

Seit einiger Zeit habe ich einen eigenen Server unterm Schreibtisch stehen. Der Mini-PC war ein Geschenk unseres Webmasters. Die Hardware ist zwar ziemlich alt – die meisten Linux-Distris beschwerten sich erst einmal über die fehlende PAE – dafür ist das gute Stück entsprechend stromsparend und darüber hinaus sehr leise. Der ideale Heimserver, sozusagen, und der Ideale Kandidat um endlich einmal ein BSD auszuprobieren. Meine Wahl fiel auf FreeBSD.

logo-reverse

FreeBSD ist ein unixoides Betriebssystem, welches vor allem im Serverbereich Anwendung findet. Im Gegensatz zu Linux besteht es nicht nur aus einem Kernel, sondern beinhaltet dazu einige Userland-Tools. Man könnte das Basis-System mit einer minimalen Linux-Distribution vergleichen, die mit einem Satz Core-Utils, SSH, FTP und einigen anderen Features ausgestattet ist. Weitere Software kann über sogenannte Ports aus ihrem Quellcode gebaut oder optional als Binärpaket installiert werden.

Für den Desktop-Gebrauch schien mir BSD bisher wenig reizvoll. Die Applikationen sind hier die gleichen wie bei Linux, dafür ist die Hardware- und Multimediaunterstützung nicht so weit wie bei desktoporientierten Linux-Distributionen. FreeBSD ist vor allem für Server gemacht; Das Motto heißt nicht umsonst: „The Power To Serve“. Es verspricht schnell und sehr stabil zu sein.

FreeBSD 9 ließ sich anstandslos auf der alten Gurke installieren. Die Konfiguration wird über Text-Dateien gesteuert. Es ist möglich alle Einstellungen zentral in einer einzigen Datei (rc.conf) zu verwalten. Als Editoren stehen „ee“, ein „nano„-ähnlicher Editor, „ed“ aus der Steinzeit😉 und „vi“ zur Verfügung. Die Dokumentation ist sehr ausführlich. Neben den Manpages gibt es ein Handbuch, in dem die Basics von Grund auf erklärt werden.

Nach der Installation stand erst einmal ein Update auf dei Version 9.1 an. Mit „make buildworld“ baut man das komplette System aus dem Quellcode neu. Das ist der empfohlene Weg für ein System-Upgrade. Das Upgrade auf Version 9.1 hat auf dem Oldtimer allerdings fast zwei Tage gedauert. Oldschool ist, wenn man beim Kompilieren mitlesen kann.😉 Nur gut, dass es dabei keine Probleme gab. Bis jetzt läuft die Maschine absolut rund, wobei das Gerät jetzt auch nicht übermäßig gefordert wird.

Zur Zeit läuft darauf ein FTP-Server in einem Jail. Jails sind ein ziemlich cooles Feature von FreeBSD. Jails ist eine Methode zur Paravirtualisierung. Sie ist vergleichbar mit Linux-Containern (LXC) oder vielleicht OpenVZ. Ich liebe FreeBSD schon jetzt allein wegen Jails. Mit Linux sind paravirtualisierungen zwar auch möglich, aber bei FreeBSD gehört es zum Basis-System, und das seit mehr als zehn Jahren. Entsprechend ausgereift und unkompliziert ist diese Technik.

Insgesamt gefällt mir FreeBSD sehr gut. Es lässt sich leicht konfigurieren, ohne überflüssigen Schnickschnack, wie GUIs mit zu bringen. Es lässt sich leicht absichern und läuft sehr stabil. Bisher sieht FreeBSD ganz nahc der perfekten Server-Software aus.

~ von tofuzius - März 7, 2013.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: