Ab ins Heim

Wir haben es endlich geschafft. Unser Sohn kommt ins Heim. „Einrichtung mit sonderpädagogischer Förderung“ heißt das in diesem Fall politisch korrekt. Nachdem sämtliche ambulanten Therapie-Ansätze an mangelnder Mitarbeit der Eltern, sprich: der Mutter, scheiterten und es in der Schule auch nicht besser wurde, sahen es alle Beteiligten als das Beste an, ihm das Rundumbetreugungspaket zu geben.

Wir haben uns den Laden angesehen. Großzügige Räumlichkeiten, jedes Kind hat ein eigenes Zimmer, ein reichhaltiges Angebot an Aktivitäten. Als ich Erik davon erzählte, war er hell auf begeistert. Dafür nimmt er sogar die Trennung von den Eltern in Kauf – Besuchszeit ist alle 14 Tage und die wollen wir uns teilen. Seine Schwester war total neidisch und will auch unbedingt in so ein Internat.

Auf der einen Seite, bin ich froh, dass Erik endlich die Förderung bekommt, die er verdient. Auf der anderen Seite ärgert es mich, dass ich nie die Chance bekommen habe, meinen Sohn selber zu erziehen. Ohne den gemeinsamen elterlichen Willen bewegt sich halt garnichts. Wenn einer blockiert, ist Status Quo angesagt. Einen Konsens konnten wir nur bei diesem Heim finden. Der klügere gibt halt nach. Nun muss ich mich damit trösten, dass Erik wenigstens da raus ist. Damit trösten wir uns alle. Dort wird er es besser haben, als zu Hause.

~ von tofuzius - November 19, 2012.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: