Linux From Scratch

Linux From Scratch oder kurz LFS ist eine Linuxdistribution zum selber bauen. Vielleicht ist Distribution ein bisschen viel gesagt, denn LFS ist vielmehr eine Anleitung für den Bau eines minimalen Betriebssystem mit Linux-Kern. Dazu werden neben der Anleitung, einige Patches und Skripte zur Verfügung gestellt.

Es ist ungeheuer aufwändig, die komplette Software aus dem Quellcode zu kompilieren und von Hand zu installieren. Angenehmerweise kann man das von einem laufenden System in einer chroot-Umgebung erledigen, so dass man seinen Rechner währenddessen auch noch für andere Dinge nutzen kann. Nachdem man mit dem Handbuch durch ist, hat man, wenn alles gut gegangen ist, ein schlankes, bootbares Betriebssystem, mit dem man eine Verbindung zum Internet herstellen kann. Viel mehr aber auch nicht. Will man mehr aus seinem LFS machen, z.B. mit einer Desktopumgebung und Multimedia-Unterstützung, dann findet man bei BLFS (Beyond Linux From Scratch) Unterstützung.

Es gibt auch eine deutsche Übersetzung von LFS. Die ist allerdings nicht mehr besonders aktuell, aber die meiste Hardware sollte der in der deutschen Version angegebene 2.6er-Kernel unterstützen. Für meine Bedürfnisse würde beispielsweise ein 2.6.29er-Kernel ausreichen, wegen der wlan-Unterstützung auf meinem Laptop, und mit der letzten 2.6er Version sollte es auf den meisten Rechnern keine Probleme geben. Ich habe mir eine aktuelles LFS 7.1 mit einem 3.3er-Kernel gebaut. Ob man den Unterschied zwischen einem 3er- und einem 2.6er-Kernel unter der Haube bei der täglichen Arbeit am Rechner bemerkt, sei einmal dahin gestellt, aber es ist halt cool, die frischeste Version installiert zu haben. 😉

Der Bau eines LFS ist jedenfalls eine interessante und lehrreiche Erfahrung gewesen. Man bekommt einen guten Eindruck davon, wie sich ein GNU/Linux-System zusammensetzt und übt gleichzeitig den Umgang mit Quellcode, wobei einem bei LFS die Auseinandersetzung mit der Dokumentation der einzelnen Softwarepakete weitestgehend abgenommen wird. Mein LFS soll als nächstes einen Midnight-Commander und Lynx verpasst bekommen, um spaßeshalber so weit wie möglich ohne Grafik-Unterstützung auszukommen. Danach will ich mich an der aktuellen X11-Version versuchen.

~ von tofuzius - Mai 9, 2012.

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