IFFF und das bessere Leben

Zur Zeit findet das Internationale Frauenfilmfestival in Dortmund und Köln statt. Bis Sonntag werden Filme, nicht unbedingt über Frauen oder für Frauen, sondern von Frauen gezeigt. Leider werde ich es nicht schaffen, mir etwas anzusehen. Daher bleibt mir lediglich, auf das Event hinzuweisen. Gerade der Debüt-Spielfilmwettbewerb hört sich sehr spannend an.

Einen „Frauenfilm“ kann ich dennoch empfehlen, auch wenn er nicht zum Festival-Programm gehört. „Das bessere Leben“ von Mal­gos­ka Szu­mow­s­ka mit Juliette Binoche hat mir sehr gefallen. Binoche spielt eine Journalistin, die an einem Artikel über Studentinnen arbeitet, die sich ihr Geld als Prostituierte verdienen. Dabei wird auf der einen Seite der Alltag der Prostituierten geschildert, welche ihren Freiern nicht nur zur Entladung sexueller Triebe dienen, sondern für romantische Abende oder auch einmal als Schulter zum Ausheulen bezahlt werden. Sie dienen als Ersatz für alles, was die überwiegend verheiratete Klientel bei ihren Partnern nicht (mehr) finden können.

Auf der anderer Seite wird das Leben der Journalistin gezeigt. Ihr Mann geht arbeiten, während sie den Haushalt und die Kindererziehung daheim alleine übernimmt. Das Schreiben macht sie nebenher. So beginnt der Film mit einer übernächtigten Binoche, die durchgearbeitet hat, weil Redaktionsschluss droht. Aus der Beziehung scheint schon lange die Luft raus zu sein. Alles in allem ein sehr unbefriedigender Zustand. Die Situation eskaliert, als sie auf dem Rechner ihres Mannes Pornos findet. Am Ende wird nicht alles gut. Es bleibt wie es ist und ein Urteil bleibt dem Zuschauer überlassen.

Ich frage mich ja , was die Protagonistin an ihrer Beziehung hat. Sie macht den Haushalt allein, kümmert sich allein um die Kinder und Geld verdient sie obendrein. Die verzweifelten Versuche, neuen Schwung in die Beziehung zu bringen scheitern. Was macht diese Beziehung überhaupt für sie aus? In einer Szene ist sie bei einer der Studentinnen, um sie zu interviewen, sie würde das Mädchen dafür auch gut bezahlen. Die beiden betrinken sich während des Interviews, hören Musik und tanzen ausgelassen dazu. Vielleicht geht sie in Zukunft ebenfalls öfter zu Prostituierten, um sich das zu holen, was ihr Mann ihr nicht geben kann.

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~ von tofuzius - April 20, 2012.

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