Vegan = Öko?

Als Veganer wird man ja für vieles gehalten. Einige halten mich gleich für einen Hippie, New-Ager oder Esoteriker, wenn sie erfahren, dass ich mich vegan ernähre. Andere wollen vor allem den radikalen ALF-Anhänger in mir sehen. Am häufigsten werde ich aber für einen Öko gehalten. Vor kurzem erst sprach mich ein Kollege im Büro an, als ich mir eine Mail als Merkzettel ausdruckte. „Ich dachte als Veganer bist Du….“, begann er. „Ein Öko, sags ruhig“, ergänzte ich.

Klar, man hört ja überall, dass der Verzicht auf tierische Produkte gut für die Umwelt ist. Das ist einer der vielen positiven Effekte einer veganen Ernährung, aber deshalb habe ich nicht aufgehört Tiere zu konsumieren. Veganer bin ich vor allem wegen der Tiere geworden. Tiere sind Lebewesen, keine Lebensmittel. So einfach ist das für mich. Ich nutze Tiere nicht, weil sie keine Gegenstände sind.

Seitdem achte ich insgesamt auch mehr auf meine Umwelt und versuche in einigen Bereichen meinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Ich beziehe z.B. Ökostrom, die meisten Wege lege ich mit dem Fahrrad zurück, ich trinke öfter Leitungswasser, anstatt Mineralwasser zu kaufen, kaufe regelmäßig Bioprodukte, usw.. Zum Öko reicht es aber noch lange nicht. Dafür ist z.B. der Anteil an konventionellen Lebensmitteln zu hoch, die Säcke für den Plastikmüll sind dafür einfach zu voll und hin und wieder benutze ich auf Arbeit auch einmal ein Papier mehr als unbedingt nötig.

Irgendwie finde ich es schade, dass Veganismus vor allem mit der Ökobewegung in Verbindung gebracht wird. Aus dieser Perspektive sind Tiere umweltschädliche Produkte, aber sie bleiben dennoch Waren. Es spielt keine Rolle, dass diese Tiere massenweise in Gefangenschaft gehalten und getötet werden.  Das Leid der Tiere tritt dabei völlig in den Hintergrung. Es ist halt bloß schlecht für die Umwelt. Für viele ist es vielleicht genau deshalb die naheliegendste und einfachste Erklärung dafür, warum sich jemand vegan ernähren könnte.

Der eine verzichtet halt auf Tierprodukte, ein anderer meidet stattdessen Plastik und wieder ein anderer spendet halt ein paar Euro an Greenpeace. Kein Konflikt. Jeder leistet halt auf andere Weise seinen Beitrag zum Umweltschutz. Da ist es nicht so tragisch, wenn weiterhin empfindsame Lebewesen zum Vergnügen (ja genau: weils schmeckt = zum Vergnügen) massenweise gezüchtet, wie Sklaven gehalten und getötet werden.

Das ist doch scheiße!

~ von tofuzius - April 5, 2012.

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